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Gewerkschaft zeichnet langjährige Mitglieder aus

Ortsverein Straubing

Gewerkschaft zeichnet langjährige Mitglieder aus

Jubilarehrung 2017 des Ortsverein Straubing


ver.di-Ortsverein mit vielen Aktivitäten

Sie haben auch in schwierigen Zeiten ver.di die Treue gehalten. Insgesamt 25 Mitglieder zeichnete der Ortsverein Straubing der Gewerkschaft ver.di bei seiner Jahreshauptversammlung im Gasthof Schmid in Wolferszell aus – für 70, 60, 50, 40 und 25 Jahre Mitgliedschaft.

Johann Jungtäubl, Vorsitzender des Ortsvereins, konnte vor über 50 anwesenden Mitgliedern und Gästen bei seiner Rückschau von zahlreichen Aktionen berichten:

So nahm man am niederbayerischen Gewerkschaftstag mit Demozug in der Stadthalle in Deggendorf teil.

Am internationalen Frauentag war man bei einer Theateraufführung der Gewerkschaftsfrauen in Landshut dabei. In diesem Stück spielte auch eine Kollegin aus dem Straubinger Ortsverein mit.

Bei der „1. Mai-Kundgebung“ des Deutschen Gewerkschaftsbundes war der Ortsverein ebenfalls wieder stark vertreten. Darüber hinaus besuchte man beim DGB weitere Veranstaltungen und Sitzungen.

Im Juni wurde auf dem Straubinger Stadtplatz ein Infostand zum Thema „Altersarmut – Die Rente muss für ein gutes Leben reichen“ gemacht. Ein Ziel dieser ver.di-Aktion war, die Passanten in Gesprächen und mit Flyern zu informieren und Unterschriften für die Stärkung der gesetzlichen Rente zu sammeln. Diese Unterschriften wurden in gemeinsamen Aktionen von vielen Ortsvereinen in ganz Deutschland gesammelt und dann über den DGB an alle im Bundestag vertretenden Parteien weitergegeben.

Als „Hingucker“ wurde eine Fußbodenzeitung erstellt, um das Interesse der Passanten zu diesem wichtigen Thema zu wecken. Da vor allem niedrige Einkommen Altersarmut schaffen, brauchen wir einen ausreichenden und stetig steigenden Mindestlohn, steigende Tariflöhne, mehr Vollzeitstellen und eine Ausweitung der Tarifbindung. Jungtäubl meinte, dass nicht die Rentenbeiträge, sondern die Renten stabil gehalten werden. Auch wenn dazu die Beiträge etwas steigen müssen. Auch Selbstständige sollen in die Rentenkasse einzahlen. Das Renteneintrittsalter darf aber nicht steigen. Zudem gehört die betriebliche Altersvorsorge gestärkt – und zwar mit Tarifvertrag und vom Arbeitgeber mitgezahlt.

Am Antikriegstag war man in Regensburg und besichtigte die dort ausgestellten „goldenen Nasen“, die sich manch einer in der Rüstungsbranche verdient.

Jungtäubl erklärte, dass man sich auch regelmäßig mit Vertretern anderer Ortsvereine und mit Personengruppen wie Senioren, Jugend, Frauen, Arbeitern oder Beamten treffe.

Und unter dem Motto: „Zurückholen, was uns zusteht“ bietet der OV sehr aktiv und sehr erfolgreich für seine Mitglieder eine kostenlose und kompetente, ehrenamtlich durchgeführte Lohnsteuerberatung an. Damit unsere Mitglieder kein Geld verschenken, so Jungtäubl.

Die stellvertretende Vorsitzende Brigitte Wessely berichtete im Anschluss von zahlreichen Fahrten, Besichtigungen und Treffen der SeniorInnengruppe, die stets in einem familiären und harmonischen Rahmen stattfinden und zahlreich in Anspruch genommen werden.
Sie versprach das neue Programm Anfang des Jahres wieder an alle Seniorinnen und Senioren zu versenden und freut sich wieder auf viele Teilnehmer.

Kirsten Zellner, ebenfalls stellvertretende Vorsitzende, berichtete über sechs Frauen-Veranstaltungen seit der letzten Mitgliederversammlung, die an unterschiedlichen Wochentagen und zu verschiedenen Uhrzeiten stattfinden, damit für alle Frauen passende Termine dabei sind. Gemütlichkeit und freundschaftlicher Austausch gehören genauso dazu wie die Diskussion über aktuelle politische und betriebliche Themen.

Der Ortsverein ist auch Mitglied beim Bündnis „Straubing ist bunt“. Als Ver.di-Vertreter im Bündnis zitierte Franz Zellner dessen Zielsetzung: "Wir sind bewusst kein Bündnis gegen etwas, sondern für etwas: Für Menschenrechte und Vielfalt". Zellner erinnerte an verschiedene Aktionen des Bündnisses, die dazu beitragen sollen, eine Welt zu schaffen, in der man ohne Angst verschieden sein kann.

Die für den OV Straubing zuständige Gewerkschaftssekretärin Evelyn Haumann-Fürst betonte, wie wichtig es sei,  in so turbulenten Zeiten starke Gewerkschaften zu haben, die sich für die Rechte der Arbeitnehmer einsetzen, gegen Altersarmut protestieren und sich für Frauen und Familien einsetzen. ver.di hilft seinen Mitgliedern, die immer mehr unter den allgegenwärtigen Leistungsdruck geraten und häufig darüber erkranken, bei Kündigungen, Abfindungszahlungen, Eingruppierungen, Mobbing u.vm.

Arbeitnehmerinteressen wahren

Zu Beginn seines Referats dankte Gewerkschaftssekretär Christoph Kittel den Anwesenden Jubilaren für die langjährige Treue. Tatsächlich waren heuer alle denkbar möglichen Jubiläen im OV Straubing versammelt.

Kittel unterstrich daher besonders den "langen Atem, die Ausdauer und Zuverlässigkeit", die jeden einzelnen der Jubilare auszeichne. Dies seien eine Tugenden, die in den oft kräftezehrenden  und langwierigen sozial- und tarifpolitischen Kämpfen der vergangenen Jahrzehnte notwendig waren und mit Blick auf die bewegte Zukunft auch weiterhin dringend gebraucht werden.

Der Referent hatte hierbei vor allem die Umwälzungen der sog. "Arbeit 4.0", der Digitalisierung im Blick: "Wir stehen mit einem Bein bereits mitten in einer industriellen Revolution", so Kittel. Bei Themen wie Arbeitszeit, Arbeitsort, dem Arbeitnehmerbegriff, sowie der Einführung von Arbeitsverfahren spiele das Schlagwort "Flexibilisierung" eine immer größere Rolle. Leider zeige sich auch immer deutlicher, dass Arbeitgeberverbände und Teile der Politik hierbei nur eine Bringschuld der Arbeitnehmer verstünden. Weitere Aufweichungen des 8-Stundentages, Rückbau der Aufzeichnungspflichten beim Mindestlohn oder die Verweigerung eines Rückkehrrechts auf Vollzeit können hierbei als beispielhaft genannt werden.

Leider spielen laut Kittel in der voraussichtlich Zustande kommenden Jamaikakoalition Arbeitnehmerinteressen keine prägende Rolle. Er forderte daher die Anwesenden auf, sich die wertvollen Tugenden der Jubilare zum Vorbild zu nehmen und Kollegen, Freunde und Familienmitglieder zum selben Engagement zu motivieren.

Denn eines sei sicher, so Kittel: Wenn Arbeitnehmer und ihre DGB-Gewerkschaften keine starke, gemeinsame Stimme aufweisen, werden die offenen Fragen des digitalen Zeitalters von anderen beantwortet. Und dies sicher nicht im Interesse der arbeitenden Bevölkerung.

Ausgezeichnete Mitglieder

Im Anschluss an das Referat zeichnete ver.di 25 Mitglieder für 25 Jahre, 40 Jahre, 50 Jahre, und sogar für 60 Jahre und 70 Jahre Mitgliedschaft aus.

Dabei überreichten Ortsvereinsvorsitzender Johann Jungtäubl und Referent Christoph Kittel jedem zu Ehrenden ein kleines Geschenk, was diese sehr freute.

Genauso wichtig war für viele aber auch, dass sie Kollegen von früher trafen, die sie lange nicht mehr gesehen hatten. Viele ehemalige Funktionäre äußerten zudem ihre Zufriedenheit, dass sich ihr Ortsverein, der ihnen immer noch am Herzen liegt, in guten Händen befindet. Die meisten Ehrengäste fanden es einfach schön, mit ihrer Gewerkschaft bei einem gemeinsamen Essen feiern zu können.

Für 60jährige Mitgliedschaft geehrt wurden Hermann Kell, Karl Preiter und Georg Strasser.

Vor 50 Jahren traten Josef Beck, der stellvertretende Landrat Franz-Xaver Eckl, Katharina Legner und Manfred Strohn der Gewerkschaft bei.

Für 40 Jahre ausgezeichnet wurden Heinrich Obermeier, Josef Pflügl, Erwin Schuhbauer, Armanda Sporrer und Josef Weber.

Seit 25 Jahren Mitglied sind Siglinde Buchs, Gudrun Feyrer, Walter Groß, Alfons Halfar, Markus Herrnberger, Heidemarie Janker, Heinz Meier, Dagmar Praeg, Jutta Sterr, Alfred Weiß, Christoph und Tania Zahnweh.

Aus gesundheitlichen Gründen nicht anwesend sein konnte Johann Dinzinger, der für seine 70jährige Mitgliedschaft aber an anderer Stelle geehrt wurde.

Um nochmals hervorzuheben, wie lange die Geehrten ver.di bereits die Treue halten, wurden den Anwesenden interessante Daten geliefert, dabei reiste man in der Zeit zurück:

Beim Gewerkschaftseintritt 1947 wurde das Land „Preußen“ aufgelöst.

Im Jahr 1957 wurde das Saarland zehntes Bundesland der Bundesrepublik Deutschland.

1967 besetzt Israel im „6 Tage Krieg“ Ost-Jerusalem, die Golanhöhen und das Westjordanland

Das Jahr 1977 steht im Zeichen des Terrorismus: Morde an Siegfried Buback, Jürgen Ponto, die Schleyer-Entführung und -Ermordung, sowie die Entführung und Erstürmung der "Landshut" stellen die Demokratie auf den Prüfstand.

 Und vor 25 Jahren stirbt Willy Brandt im Alter von 78 Jahren.

Im Schlusswort hob Johann Jungtäubl nochmals den Einsatz der Jubilare hervor. Sie hätten sich auch in schwierigen Zeiten, in denen die Gewerkschaft starken Gegenwind bekam, durch ihre Mitgliedschaft für andere eingesetzt. Nur mit solchen Mitgliedern könne eine Gewerkschaft etwas bewegen.

Er bedankte sich bei allen Vorstandskollegen, ohne deren Engagement es nicht  gehen würde und meinte, dass man sich weiterhin vor Ort einmischen wolle und auch künftig auf Missstände hinweisen möchte.

Er regte an, die Internetseite niederbayern.verdi.de zu besuchen und sich dort über den Ortsverein, das Jahresprogramm oder die Lohnsteuerberatung zu informieren.