Mobbing

    Der Psychoterror am Arbeitsplatz ...
    ...hat eine Reihe von schweren, negativen Folgen für die Betroffenen, den Betrieb, die Dienststelle, die ganze Gesellschaft.

    ver.di-Niederbayernn will mit dieser Broschüre alle ansprechen, die Personalverantwortung tragen und alle, die ein „Mobbing-Prozess“ betroffen macht.
    Sie will eine erste Orientierung bieten und über Hilfsangebote informieren.

    Allen, die bereits „Mobbing-Betroffene“ geworden sind oder auch nur den Verdacht haben betroffen zu sein, soll diese Broschüre aufzeigen, wie wichtig es ist, schnell professionelle Hilfe in An- spruch zu nehmen.

    Denn:
    Uns Mobbing-Beraterinnen und -Beratern bei ver.di ist es wichtig, dass alle ver.di-Mitglieder in dieser Situation nicht allein gelassen werden und sofort Hilfe finden.

    Dazu soll auch dieses Büchlein beitragen.

    Mit der Erfahrung wächst auch die Erkenntnis: Verhindern ist besser als Helfen „müssen“.

    Dazu gehört vor allem die Aufklärung und Information aller Kolleginnen und Kollegen. Auch wenn wir bis heute von Mobbing verschont geblieben sind: Mob- bing kann uns alle treffen, als Arbeitnehmer*in, ob Mann oder Frau, als Vorgesetzte. Niemand ist sicher vor diesem Phänomen.

    Mit dieser Broschüre wollen wir dazu beitragen, Mobbing in unseren Betrieben und Dienststellen zu verhindern bzw. den Schaden möglichst gering zu halten.

    Was ist Mobbing?

    Mobbing (aus dem Englischen: to mob = anpöbeln) steht für latent vorhandene, nicht offen in Erscheinung tretende Konflikte am Arbeitsplatz oder – sehr vereinfacht ausgedrückt- für Querelen unter ArbeitskollegInnen. In der dt. Umgangssprache ist dieser Begriff am zutreffendsten mit „Terror am Arbeitsplatz“ zu definieren. Natürlich ist nicht jede spannungsgeladene Situation am Arbeitsplatz gleich gezielter Psychoterror. Mobbing heißt, dass die Attacken regelmäßig über Monate, manchmal über Jahre erfolgen. Ca. 40% aller Mobbing-Fälle gehen auf das Konto von Vorgesetzten, den Rest übernehmen die „lieben Kollegen“.

    Die Folgen
    Die Opfer-Schätzungen gehen von über 1 Million betroffener Arbeitnehmer aus- sind oft physisch und psychisch am Ende. Depressionen, Angstzustände, Selbstzweifel, Schlaflosigkeit, Magen- und Darmstörungen, Herzinfarkt sind häufige Folgen. Der gesamtwirtschaftliche Schaden wird alleine durch die Ausfallzeiten, also ohne die Krankheitskosten, auf über 15 Milliarden Euro veranschlagt.

    Ursachen für Konflikte
    Bei der Analyse der Gründe für Mobbing haben sich Neid und Missgunst als häufigste Motive herausgestellt. Diese können ihre Wurzeln sowohl im privaten Umfeld (z.B. menschliche Antipathien, finanzielle Gründe, Unzufriedenheit mit der eigenen Situation) als auch im beruflichen Bereich haben (z.B. Beförderung, Bezahlung, Bevorzugung).

    Probleme bei der Menschenführung
    Viele Vorgesetzte haben Schwierigkeiten bei der Führung ihrer Mitarbeiter: Man drückt sich aus Angst vor der Verantwortung um Entscheidungen, tut sich schwer eigene Fehler einzugestehen oder wendet autoritäre Führungsstile an. Dies trägt neben den Themen Entgelt, Arbeitsplatzgestaltung und Personalpolitik wesentlich zum Betriebsklima bei. Ein schlechtes Betriebsklima ist ein idealer Nährboden für Mobbing.

    Das Selbstwertgefühl
    Die Erfahrung zeigt, dass nur derjenige manipulierbar ist und damit zum Mobbing-Opfer wird, der selbst nicht allzu viel von sich hält und sich selbst für seine eigenen Fehler verurteilt. Um selbstsicher auftreten zu können muss man sich selbst achten. Unsicherheit und Schüchternheit drücken sich übrigens auch in Körperhaltung, Mimik und Stimme aus.

    Abwehrstrategien
    Verdrängung und Wut sind destruktive Konfliktbewältigungsmechanismen.
    Besser ist es

    - am Aufbau des eigenen Selbstwertgefühls zu arbeiten,
    - Mobber direkt anzusprechen,
    - sich an unabhängige Vertrauenspersonen zu wenden,
    - eine Vermittlung mit Hilfe einer Mediation zu suchen
    - oder gegebenenfalls auch rechtlich gegen die Mobber vorzugehen.

    Kontakt

    ver.di Kampagnen